 |  |
Im Jahre 1984 Im Jahre 1984 wurde der „Förderverein Internationale Jugendbegegnungsstätte in Dachau e. V.“ mit dem Ziel ein Haus für internationale Jugendbegegnung in Dachau zu schaffen gegründet. Denn der Förderverein verstand die KZ-Gedenkstätte nicht nur als einen historischen Ort mit Museum, Archiv und Bibliothek, sondern auch als einen Lernort für die Zukunft.
Erst im Jahr 1998 wurde das Jugendgästehaus Dachau eröffnet, der Förderverein verstärkte gleichzeitig sein Engagement in anderen Bereichen:
1986 wurde er Träger der Internationalen Jugendbegegnung Dachau, im Jahr 1997 wurde ein Konzept zur Gestaltung des ehemaligen "SS-Schießplatzes Hebertshausen erstellt und 1992 wurde zusätzlich erstmals das Projekt "Einladung ehemaliger Häftlinge" durchgeführt. Außerdem werden seit den neunziger Jahren ehemalige Häftlinge in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion finanziell unterstützt. Auch der pädagogischen Arbeit am Ort wurde mit der Vermittlung von Führungen und der Ausbildung von ReferentInnen Rechnung getragen.
Die Themen pädagogische Arbeit, Gedenken und Betreuung ehemaliger Häftlinge sind seit Anbeginn in der Arbeit des Fördervereins verankert. Diesen Aufgaben gab er 1999 zusätzlich Ausdruck, indem er sich in „Förderverein für internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e. V." umbenannte.
Einladungsprojekt "ehemalige Häftlinge" 2012Auch dieses Jahr wurden wieder 8 Überlebende aus der ehem. Sowjetunion vom Förderverein eingeladen, um eine Woche in Dachau zu verbringen. .
„Ja, an unserem Lebensabend möchten wir jene schrecklichen Orte noch einmal aufsuchen, uns an unsere Freunde und Kameraden erinnern, an sie gedenken. Das ist unsere Pflicht, die Pflicht der Lebenden vor den Toten“, schreibt einer der Überlebenden als Antwort auf die Einladung des Fördervereins.
Vom 25. April bis 2.Mai 2012 werden 8 Überlebende aus Russland, Litauen, der Ukraine und Weißrussland zu Gast in Dachau sein. Sie werden hier von ehrenamtlichen Mithelfern, Mitgliedern des Vereins und des Vorstands rund um die Uhr betreut. Neben Besuchen der KZ-Gedenkstätte, einem Besuch des Landtags und einem Treffen mit der Präsidentin des Landtags Frau Stamm, einem Treffen mit dem Landrat Christmann oder einem Mittagessen mit dem Dachauer Oberbürgermeister Bürgel gehören seit Jahren auch medizinische Check-Ups (dieses Jahr wieder durch Dr. Karl Wilhelm und den Ärzteverband DAHbei kostenlos durchgeführt), der Besuch beim Optiker Brönner (auch er untersucht kostenlos und stellt Brillen zur Verfügung) und der kostenlose „Einkauf“ im Second-Hand-Laden des Dachauer BRK („Gutes aus zweiter Hand“) zum Standardprogramm.
Neue Geschäftsführerin für den FördervereinFrau Antje Roser-Huckle hat seit Juli 2011 die Geschäftsführung des Fördervereins übernommen. Mit viel Engagement und Tatkraft hat sie bereits das Team der Int. Jugendbegegnung unterstützt und renoviert derzeit "nebenbei" zusammen mit Andrea Heller die Büroräume der Geschäftsstelle des Fördervereins.
Frau Rose-Huckler über ihre berufliche Karriere: "Nach meinem Abitur in Norddeutschland studierte ich Jura in Würzburg, absolvierte dort auch anschließend mein Referendariat und das 2. Staatsexamen und arbeitete als Rechtsanwältin. Nach unserem Umzug nach Dachau begann ich mich mit der Geschichte des KZ Dachaus und der Gedenkstättenpädagogik zu befassen. Weiterlesen...
Trauer um Maria SeidenbergerAm 25.September 2011 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Maria Seidenberger im Alter von 84 Jahren.
Im Jahr 2005 erhielt Frau Seidenberger den „Dachauer Preis für Zivilcourage“ für ihr mutiges Handeln während der NS-Zeit. Mit 17 Jahren leitete Maria Briefe, Nachrichten und Fotos von Häftlingen an Angehörige weiter. Sie entwickelte heimlich aufgenommene Fotos des Häftlings Karel Kâsák und versteckte auch sein Tagebuch.
Nachdem aus der der illegalen Bekanntschaft eine Liebesbeziehung geworden war, begleitete Maria Karel Kâsák nach der Befreiung 1945 nach Prag, wo sie bis 1959 blieb. Wieder zurückgekehrt lebte sie bis zu ihrem Tod in Hebertshausen.
Maria Seidenberger lebte sehr bescheiden und musste zur Annahme des Zivilcourage-Preises förmlich „überredet“ werden. Im Mittelpunkt zu stehen, war ihr unangenehm - dennoch sollten gerade couragierte Menschen wie Maria Seidenberger gewürdigt und beachtet werden. Der Förderverein für Int. Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V. wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Weiterlesen...
Auf dem Foto: Nach der Befreiung: Maria Seidenberger ganz links, Karel Kâsák und Schwägerin Erika.
Foto aus dem Privatarchiv der Familie Seidenberger
 |
|